Bürglen

Redaktion: Markus Aschwanden KKI
Drohnen-Fotografie: Felix Aschwanden

Erstellt: 2019
Datensammlung: Vreni Bissig-Herger

Foto 03490       Das Häimä Bürglen liegt im vorderen Grosstal vis a vis  der Schwanden direkt ennet dem Bach auf ca. 850 m ü.M. Der Bürglenwald an der Flanke des Horn und der Grosstalbach bilden die Grenze.
Das Häimä wird heute nicht mehr als solches genutzt. Das Haus ist ausgezont und dient heute als Feriendomizil.
In ortsnamen.ch heisst es zu Bürglen: ‘Stelle mit einer Burg oder ein burgähnliches Gelände’.

Drohnen-Video: Flug über die Bürglen.

Grundbuch

Liegenschaft Nr. 297

(Hauptbuchblatt 23), Plan Nr. 7, Bürglen
36’962 m²

Eigentümer
Werner Herger-Bissig
Dorfstrasse 56, 6461 Isenthal

 

 

Die Besitzer der Bürglen

1859 bei der Eröffnung des Hypothekarbuches Uri ist ein

Leonz Josef Schieli Besitzer der Bürglen. Ihm folgen :

Anton Huber

Agatha Huber

Agatha Huber  (Altgülte von 1876 –  2000.- Fr. Schuld bei Anton Bissig)

Witwe Bissig Agatha, geb. Huber

1919 übernimmt der erste Herger die Bürglen: Kaspar Herger, Fernen

Foto 16016           Im Jahr 1919 übernimmt Kaspar Herger 1878-1944, Wissig,  die Bürglen.

Er hat 1915 Josefina Bissig 1896-1930 (Schuenis) geheiratet.

Durch die Heirat konnte Kaspar Herger-Bissig die Obere und die Untere Wissig übernehmen.

Das Ehepaar wohnt weiterhin in der Wissig. Die Bürglen wird von dort her bewirtschaftet.

Von ihren 10 Kindern übernimmt Andreas, der Älteste, den Betrieb.

Foto 16019
Aus Familienbüchlein der Fam. Herger-Bissig

Johann Herger  1922-1992  und Andreas Herger 1921-1993, die Söhne von Kapar und Josefine Herger-Bissig sind ab 1946 als gemeinsame Eigentümer der Bürglen  notiert.

Foto  17080            Andreas Herger 1921-1993, der Sohn von Josefina und Kaspar  übernimmt 1955 die Bürglen als Alleinbesitzer. Er heiratet Marie Aschwanden 1924-2005

Foto   17088             Hier sind 4 der 7 Kinder der Familie Herger-Aschwanden in der Bürglen.
v.l. Vreni  /  Felix  /  Werner  /  Toni

Besitzer 2019

Foto 12347              Werner Herger, Sohn von Andreas und Marie Herger-Aschwanden, verh. mit Pia Bissig (Bächi Oskars)  ist ab 1983 als Besitzer der Bürglen eingetragen.

  Besitzer der Bürglen laut Hypothekarbuch Uri

1859 Leonz Josef Schieli
Anton Huber
Agatha Huber
Agatha Huber
Witwe Agatha Bissig, geb. Huber
1919 Kaspar Herger 1878-1944 , Wissig
1946 Johann und Andreas Herger, Wissig
1955- Andreas Herger-Aschwanden, Wissig
1983 Werner Herger, Wissig

 

Der Betrieb Bürglen

Foto 17061               Das alte Haus in der Bürglen
Es ist uns nicht bekannt, ob die oben erwähnten Besitzer je in diesem Haus gewohnt haben.

Sicher ist nur, dass die Herger in der Wissg Ferdinand Schilter das Haus in der Bürglen jahrelang vermieteten.

Foto 04126 FS         Ausschnitt aus dem Foto 04126 Isenthaler für Grenzbesetzung 1914-1918     

Ferdi Schilter war der Bruder von Schilter Seppä (lang im Dorf wohnhaft), Anni und Kari.

Wie er sein Bein verlor, ist nicht bekannt. Im Isenthal war er mit seinem Holzbein einmalig.
Ferdi hatte sich in der Bürglen eine Schreinerbude eingerichtet und machte Grebelhalb, Stiele für Werkzeuge und baute Schlitten.

Holzbein

Ein Missionar, dem das Leben von Ferdi nicht gefiel, weil er nicht in der Kirche zu sehen und  dem Alkohol sehr zugetan war, wollte ihn ‘bekehren’. “Wenn du nicht mehr säufst und regelmässig in die Kirche kommst, wirst du mit beiden Beinen in den Himmel kommen!”
Ferdi antwortete darauf kurz und abschliessend: “Dumme Seich! Ab, isch ab!”

Holzzeichen von 20 Isenthaler-Familien gesammelt von Urner Oberförster Max Oechslin.

Schilter Ferdi scheint vor dem Verlust des Beins, ein tüchtiger Holzer gewesen sein. Das zeigt das Vorhandensein eines eigenen Holzzeichens.

Foto 17067              So sah es in der Küche von Schilter Ferdi aus.

Foto 17046              Andreas Herger-Aschwanden verbesserte die Qualität der Wiesen. Vom Horn her, war im Verlauf der Jahrhunderte eine Menge Steine im Häimä gelandet. Andreas entfernte eine Menge davon mit eigenen Kräften. Sein Nachfolger, Sohn Werner, führte diese Arbeit mit dem Bagger fort. Dadurch kann heute die ganze Liegenschaft maschinell geheut werden.

Foto 17081            

2005 reisst ein Unwetter die schmale Brücke über den Grosstalbach zum Gadenplatz weg.

Darauf baut die Bürgergemeinde zusammen mit den Besitzern weiter vorn eine Lastwagen-taugliche  Brücke über den Bach zur ‘Unterä Birglä’.
Die Bürgergemeinde benutzt ein Gebiet vor der Bürglen als Bauschutt-Deponie. Heute lagert sie dort Holz.

Foto  003494              Werner Herger erstellt eine einfache Strasse von der Brücke zur ‘Obere Birglä’.

Foto 17052             Die Bürglen wird vom Besitzer Werner Herger-Bissig geheut. Das Heu wird mit dem Transporter in den Stall in der Wissig gebracht. Dadurch ist der Stall ungenutzt und wird als Einstell-Platz verwendet.
Im Frühling und Herbst wird die Bürglen mit den Schafen geetzt.

Foto 17055          Das Haus in der Bürglen wird nach Schilter Ferdi nicht mehr bewohnt. Es zerfällt  immer stärker. Als Paul Speck Interesse am Haus zeigt, ist die Familie Herger gern bereit dieses zu verkaufen. Der Platz für das Haus wird aus dem Besitz ausgezont.

Foto 17056             Bald einmal wird am alten Haus umgebaut. Andreas Herger reisst hier den Anbau ab, der durch einen neu gebauten ersetzt werden soll.

Foto 17047            Das sorgfältig umgebaute Haus ist heue ein gelungenes Schmuckstück. Es dient der Familie Speck als Ferienhaus.