Riedmatt

Redaktion: Markus Aschwanden KKI
Drohnen-Fotografie: Felix Aschwanden

Erstellt: 2019
Datensammlung: Fridolin Gisler

Foto 000234     Die Riedmatt liegt hinten im Grosstal auf 1000 m ü.M.. Zur heutigen Riedmatt gehört auch die frühere Rütti (Giebel, Steinboden). Das Häimä erstreckt sich so vom Isentalerbach bis hinauf zum Schijen-Grat.

 

Drohnen-Video: Flug über die Riedmatt

Grundbuch

Liegenschaft Nr. 342

(Hauptbuchblatt 172, 190), Plan Nr. 10, 12, 22, Giebel, Lanzigschwand, Riedmatt, Schijen, Steinboden, Wissenberg
367’652m²

Eigentümer
Theodor Zurfluh-Bieri
Grosstalstrasse 22, 6461 Isenthal

 

 

Die Besitzer der Riedmatt

1818 lässt sich Sohn des “Stalde Toni” in der Riedmatt nieder: Jost (Riedmatt Jost) 1791-1851  und Maria Anna 1790-1877  Aschwanden-Arnold. Er war offenbar sehr angesehen und bekleidete verschiedene Ämter: Kirchenvogt, Dorfrichter, Präsident, Mitschätzer, Ausmarcher.
Von 9 Kindern Aschwanden-Riedmättler überlebten nur Johann und Jost ins Erwachesenenalter. Beide bleiben ledig. Hans 1828-1870 war ein Hüne, der zentnerschwere Lasten von der Isleten bis nach Gitschenen trug. Jost 1836-1895 war taubstumm. Er lebte später im Klosterberg. Mit den beiden starb die Aschwanden-Riedmättler Linie aus.

Im Hypthekarbuch Uri wird als Besitzer um 1859 Stadler Josef von Flüelen genannt.

Nach ihm folgt Bissig Augustin.

Die Zurfluh in der Riedmatt

Franz und Margaritha Zurfluh-Imholz kamen 1862 in die Riedmatt. Ursprünglich aus dem Tessin, kamen diese Zurfluh über Erstfeld und Attinghausen ins Isenthal. Die Familie hatte 10 Kinder. Von den 6 männlichen Nachkommen heiratete nur Joseph.

Aus Josef Muheim-Büeler, Güter und Familien von Unterschächen: Zurfluh   1981: 107 Bürger / 2001: 170 Bürger (im Isenthal)

Sie stammen von Erstfeld, aber weil die Vorfahren in Männigen in Grutnellen wohnten nannte man sie “Männiger”. Offenbar auch nach ihrer Übersiedlung ins Isenthal, den hier wurde ihr Waldbesitz zum “Männigerwald”. Franz Zurfluh 1802-1874 und seine Söhne kauften 1874 Rüti und Riedmatt. Bald nannte man sie “Rietmättler”. Der Stammhalter (Joseph) heiratete 1872  Christina Bissig “Getschelers” und heute kann man von diesem Paar zirka 500 Kind und Kindes-Kinder registrieren. 

Foto 12490     Joseph Zurfluh 1837-1914 heiratete 1872 Christina Bissig 1853-1931  (eine Getscheler,Tochter von Andreas und Anna Bissig-Gisler).
Die Familie von Anna Christina Maria und Joseph Johann Zurfluh-Bissig
hinten v.l. Rosa / Margrit / Katharina / Franz / Anna / Sophie
vorn v.l.  Josepha / Mutter Christina / Michael / Alois / Vater Joseph
Sohn Johann Josef Andreas fehlt, er ist 1891 nach Amerika ausgewandert, danach keinen Kontakt mehr mit ihm

Foto 17391              Ausgewanderte Riedmättler: Franz Zurfluh heiratete 1908  Severina Aschwanden (Marilis). Sie hatten 9 Kinder und wohnten in der Hinteren Sunnighofstatt (Schorschä). Riedmatt Franz war Gemeindepräsident in Isenthal. 1923 zog er mit seiner Familie nach Horw, wo er einen Bauernhof bewirtschaftete. Später kaufte er in Wolfenschiessen einen Gasthof und wurde Wirt.
Hintere Reihe, von links nach rechts:
Josef (1908 – 1980) / Rosa (1911 – 1998) / Anna (1915 – 1990) / Marie (1910 – 1996) /
Klara (1914 – 2000) / Martha (1917 – 2003) / Franz (1916 – 1945)
Vordere Reihe, von links nach rechts:
Agnes (1922 – 1993) / Mutter Severina (1883 – 1941) / Paul (1924, lebt in Obermumpf, Kanton AG )
Severina (1930, lebt in Oftringen) / Vater Franz (1876 – 1950) / Katharina (1919 – 2004)

Foto 07571    Die Familie von Michael   und Katharina Zurfluh-Bissig, der nächsten Generation vor dem Riedmatt-Haus.
Michael Zurfluh’s  1890-1978 (Riedmatt Michel) Frau Katharina 1895-1976 ist eine Tochter von Schueni Sepp, Egg/Wissigli. Sie gebar Michael 13 Kinder:
hinten v.l.  Josef / Franz / Ernst /  Theodor / Hedwig / Katharina / Rosa / Mutter Katharina / Vater Michael
vorn v.l.  Paul / Margrith / Gustav / Marie / Oswald

Foto 00664     Die Familie von Michael und Katharina Zurfluh-Bissig  in Sonntags-Kleidern.
hinten v.l.   Gustav / Franz / Hedwig / Paul / Josef / Dominik / Theodor / Ernst
vorn v.l. Rosa / Mutter Katharina / Marie / Vater Michael  / Margrit / Katharina / Oswald

Foto 00649      Theodor 1920-2011 und Rosa (vom Bächi) Zurfluh-Bissig übernahmen die Riedmatt 1952.

Die Familie von Rosa und Theodor Zurfluh-Bissig
Hinten v.l. Monika / Klaus / Rita / Lorenz / Theodor / Brigitt / Vreny
vorn v.l. Ursula / Mutter Rosa / Vater Theodor / Pius / Rosmarie

Foto 15929       Die Familie von Theodor und Paula Zurfluh-Bieri, Riedmatt
v.l. Christina  /  Vater Theodor (Theo)  /  Luzia  /   Mutter Paula  /  Marianne  /  Veronika  /  Antonia

Die Besitzer im Jahr 2019 

Foto 17528              

Theodor und Paula Zurfluh-Bieri führen den Betrieb Riedmatt seit 1995.

 

Frühere Besitzer der Riedmatt laut Hypothekarbuch Uri

1859 Stadler Josef von Flüelen
Bissig Augustin
Zurfluh Franz und Söhne
Zurfluh Josef
1912-1952 Zurfluh Michael
1952-1995 Zurfluh Theodor-Bissig
1995- Zurfluh Theodor-Bieri

Rütti (Riedmatt) laut Hypothekarbuch Uri

1859 Infanger Johann Josef, Ratsherr
Zurfluh Franz und 6 Söhne
Zurfluh Josef
1912 Zurfluh Michael

Der Betrieb Riedmatt

Foto 07493      Riedmatt und Riedmatt-Rütti
1862, als die Zurfluh in die Riedmatt kamen, bestand der heutige Besitz aus zwei Liegenschaften: Die Riedmatt, die Josef Stadler aus Flüelen gehörte und die Riedmatt-Rütti , die im Besitz von Ratsherr Josef Infanger war. Die Rütti befand sich im heutigen Gebiet Giebel und hatte  einen beträchtlichen Waldanteil. 

Foto 04572     Die zweite Generation Zurfluh in der Riedmatt, Josef und Christina Zurfluh-Bissig, ergänzte den Landwirtschaftsbetrieb ca. 1900 mit dem Zukauf des Alprechts auf Hütten-Oberalp.
1919 konnte er von den Gebrüdern Durrer den Unteren Schluchen erwerben und so seinen Liegenschaftsbesitz verdoppeln. Das hatte zur Folge, dass die Familie einen Teil des Jahres im Schluchen wohnte.

Foto 07485   Michael Zurfluh 1890-1978  in der dritten Generation war ein leidenschaftlicher Viehzüchter. Er amtete an den Viehausstellungen jahrelang als Preisrichter.

Foto 15923      Michael Zurfluh erwarb 1943 eine mobile Gatter-Säge. Damit war der Grundstein für den Sägerei-Betrieb in der Riedmatt gelegt.
Nach Einsätzen auf der Oberalp, im Schattigen Horlachen und im Schluchen, wurde die Säge 1951 definitiv in der Riedmatt installiert.
Das Holz wurde hauptsächlich aus dem Eigenwald gereistet und mit dem legendären Riedmättler-Zwick zur Säge gezogen.
Anfänglich musste gesägtes Bau- und Schreinerholz für auswärts mit Zwick und Ross nach Isleten geführt und dort mit dem Nauen weitertransportiert werden.

Foto 07563     Auf der Alp der Riedmättler, hier in der Altrüti, waren Gäste immer willkommen. Man wusste zu feiern. Links spielt Walter Bissig (Getscheler) mit der Handorgel.
v.l.   Walter Bissig (Getscheler / Hedwig / Paul / Michael Gasser (Mättler) / Theodor / Max Arnold (Bärcheler) / Rosa / Gustav / Vater Michael / Marie / Margrith / Mutter Katharina

Foto 04584     1951 übernahm Theodor die Riedmatt. Nach der Heirat mit Rosa Bissig vom Bächi wurde die Riedmatt wieder ganzjährig bewohnt.
Das neue Haus in der Riedmatt wurde 1974 in gemeinsamer Familienarbeit realisiert.

Foto 15925    Neben der Landwirtschaft war die Sägerei ein wichtiges Standbein, umsomehr als der Alpbetrieb nun vom Schluchen aus bewirtschaftet wurde. Mit der Intensivierung der Schafhaltung wurde den schwierigen topographischen Verhältnissen Rechnung getragen. 1958 erfolgte der Neubau des Stalles, der heute als Schafstall benutzt wird.

Foto 15936       2003 machte der Sägereibrand einen grossen Teil der zuvor getätigten Investitionen zu Nichte.

Foto 15924     Die nach dem Brand neu erbaute und modernisierte Sägerei konnte 2005 wieder in Betrieb genommen werden.

Foto 15934     Die Viehzucht ist in der Riedmatt aber noch immer der Haupterwerb. Sie bildet zusammen mit der Schafhaltung und der Sägerei die Existenzsicherung.

Foto 15928    Der Laufstall in der Riedmatt wurde im Jahr 2000 errichtet. Der alte Stall wird heute als Schafstall genutzt.

Foto 000240     Die Rütti, die sich hinter der Riedmatt den Hang hinauf erstreckt, ist kein ebenes Land. Eine einfache Strasse erleichtert heute die Bewirtschaftung. Oben im Giebel, rund 150 m über der Riedmatt, steht ein Stall.
Unten im Bild  steht das hintere Gädeli. Es ist 1790 erbaut worden.

Foto 15930     Theodor hat das Häimä Schloffen-Rüti gepachtet. Hier ist Theo beim Heuen zu sehen, er bringt aber auch Kühe und Rinder in die Schloffen-Rüti.

Foto 15933     Das Liegenschaft Riedmatt geht weit hinauf bis zum Schijen-Grat. Dort oben, auf 1400m ü.M., auf dem Steinboden, errichtet Theo mit seiner Familie eine Triste.

Foto 15931    Der Schafhandel ist ein weiterer Erwerbszweig, aber auch ein Hobby, von Theo Zurfluh-Bieri. Theos Markenzeichen ist der Hut.

Foto 15935      Früher war es selbstverständlich, dass die Schweine für die Selbstversorgung selber geschlachtet wurden.