Heissrüti

Redaktion: Markus Aschwanden KKI
Drohnen-Fotografie: Felix Aschwanden

Erstellt: 2019
Datensammlung: Peter Gasser

Foto 004348       Das Häimä Heissrüti liegt auf 720 m ü.M. eingangs Tal, direkt nach der Brücke über den Isenthalerbach. Der Name Heissrüti wird in ortsnamen.ch gedeutet mit ‘Das gerodete Stück Land, das der Sonne ausgesetzt ist.’

Drohnen-Video: Flug über die Heissrüti

Grundbuch

Liegenschaft Nr. 71

(Hauptbuchblatt 97), Plan Nr. 3, 4, Heissrüti
66’501 m²

Eigentümer
Lukas Walker
Heissrüti, 6461 Isenthal

 

 

Die Besitzer der Heissrüti

1859 bei der Eröffnung des Hypothekarbuches Uri ist ein Maria Schieli Besitzer der Heissrüti.

Ihm folgt Michael Schieli

Danach wird Josef Schieli genannt.

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Andreas Bissig 1838-1934 (Getschi Res) verh. mit Katarina Aschwanden bewirtschaftete bis um 1880 das Heimet Heulegi, bis es von einem Felssturz zur Hälfte zerstört wurde. Er kaufte sich dann die Heissrüti.

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Theodul Bissig 1869-1945 , der älteste Sohn von Katarina und Andreas Bissig-Aschwanden kann die Heissrüti übernehmen. Er heiratet Agatha Aschwanden 1873-1947.
Weil ein Steinschlag 1908 das Haus total zerstört, muss Theodul Bissig die Heissrüti verlassen. Mit Unterstützung der Gemeinde und der Kirche kann er die mittlere Bärchi kaufen.

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Den nächsten Besitzer der Heissrüti, ‘Aschwanden Johann des Johann selig’ ist ein Portler.
Johann Aschwanden 1879-1956 ist wohlhabend. Ihm gehören das Hofstettli auf Seelisberg, das Alprecht auf Hangbaum und Langenboden und ab ca 1909 bis 1936 auch die Heissrüti.

Foto 00588         1936 übernehmen die zwei Söhne Andreas 1910-1991  und Franz Schieli 1912-1988  aus der Familie Johann-Josef und Josefa Schieli-Kempf die Heissrüti.
hinten v.l.     Anna  /  Josef  /  Katharina  /  J. Maria  /  Agatha
vorn v.l.     Marie  /  Franz  /  Mutter Josefa  /  Vater Johann-Josef  /  Andreas  /  Josefa

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Andreas SchieliBissig 1910-1991

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Franz Schieli 1912-1988

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Josef Maria Schieli-Loretz 1901-1976

1938   werden die drei Brüder Andreas, Franz, Josef-Maria Schieli als Besitzer genannt. Josef-Maria (Schieli-Mariä) heiratet Pia Loretz und  kauft einen Hausteil im Dorf. Res und Franz Schieli wohnen mit ihrer Mutter (eine gebürtige Kempf von der Gietisflue) und Schwester Käthi in der Heissrüti.

Foto 17431                         1946   sind die Brüder Andreas und Franz Schieli wieder alleinige Besitzer der Heissrüti.
1952 heiratet Andreas (Res) Schieli die Witwe Katharina Bissig vom Guetig. Mit den drei Kindern Margrit, Josef und Klara Gasser von Katharina Gasser-Bissig kommt Leben ins Heissrüti-Haus. Franz Schieli bleibt ledig, arbeitet auch auf dem Bauernhof und wohnt weiterhin in der Heissrüti.

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1978   kann Anton Walker 1949-1993 mit seinem Bruder Bernhard Walker , Gärtli die Heissrüti käuflich erwerben. Res und Käthi Schieli-Bissig sowie Franz Schieli besitzen weiterhin das Wohnrecht. Bernhard Walker wird 1980 als Gemeindeschreiber gewählt. Auf seine tatkräftige und unterstützende Mithilfe kann die Heissrüti bis heute zählen.

Toni Walker ist gelernter Käser, die Liebe zum Bauernstand kann er mit seiner Frau Bernadette teilen. Toni und Bernadette Walker-Schönenberger heiraten 1981 und gründen eine Familie: Franziska 1982  /  Regula 1983  und  Lukas 1986. Sie wohnen mit der Familie im Gärtli.

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Beim Holzen   v.l.    Josef Kempf, Gietisflue  /  Bernhard Walker  /  Ernst Bissig, Hermisegg  /  Toni Walker  / Ernst Jauch, Vorder Schwäntlen

Leider stirbt Toni Walker-Schönenberger  1993,  jung mit 44 Jahren.

Bernadette Walker-Schönenberger  muss nun die Heissrüti ohne ihren Mann bewirtschaften.

Besitzer im Jahr 2019

Foto 17610             Lukas und Seline Walker-Jauch mit Ivan übernehmen die Heissrüti 2018 von der Mutter Bernadette Walker-Schönenberger.

Besitzer der Heissrüti laut Hypothekarbuch Uri

1859 Maria Schieli
Michael Schieli
Josef Schieli
Andreas Bissig-Aschwanden 1838-1934 (Getscheler Res) verh. mit Katharina Aschwanden
Theodul Bissig-Aschwanden 1869-1945 verh. mit Agatha Aschwanden
ca. 1909 Aschwanden Johann 1879-1956 (Port-Hansä), Hofstettli Seelisberg
1936 Schieli Gebr. Andreas und Franz
1938 Schieli Gebr. Andreas, Franz und Josef Maria
1946 Schieli Gebr. Andreas und Franz
1978 Gebr. Toni und Bernhard Walker, Gärtli
1992 Toni Walker-Schönenberger
1993 Bernadett Walker-Schönenberger und Kinder
2018 Lukas Walker-Jauch

 

Der Betrieb Heissrüti

Foto 15238             Das alte Heissrütihaus stand unterhalb der heutigen Sonnegg, oberhalb der Mauern, die beim Unwetter 2005 vom Bach weggeschwemmt wurden.

Foto 04905             1908  wird das Haus, in dem die Eigentümer der Heissrüti  Theodul und Agatha Bissig-Aschwanden mit ihrer Familie wohnen, durch grosse Steine, wegen eines Felsabbruchs, total zerstört. Die Familie muss ihr Häimä aufgeben und kauft sich die Mittlere Bärchi.

Felssturz zerstört Bauernhaus

lsenthal. [Eins.] Eine kleine Katastrophe. Montag abends nach 5 Uhr stürzten von der Scheidegg grössere Felsmassen unter gewaltigem Gepolter zu Tal. Sie schlugen viel Wald zu Boden und richteten auch an Land und Strassen Schaden an. Einer der Felsblöcke traf das bewohnte Haus des Theodul Bissig in der Heissrütti und schlug es vollständig zusammen. Dennoch wurde keine der vier Personen verletzt, die in diesem Augenblick im Hause waren. Die Frau stürzte, als sie das Krachen vernahm, zur Haustüre hinaus. Das war ihre Rettung, denn im gleichen Augenblicke flog der Felsblock durch das Dach mitten in das Haus. Zwei Kinder und eine erwachsene Person, die sich in der Stube befanden, rettete der wackere Tisch, unter den sie sich flüchteten. Fast ist es nicht glaublich, dass den vier Personen kein Haar gekrümmt wurde. wenn man das Werk der Zerstörung sieht. Denn das Haus ist nur mehr ein Trümmerhaufen und der Stubenofen ist eigentlich zermalmt. Die so hart betroffene wackere Familie leidet unter dieser Katastrophe schwer. ..
[Gotthard-Post, 25. Januar 1908)

Foto 004359           Der Besitzer von 1909 bis 1936 Johann Aschwanden wohnt nicht in der Heissrüti. Er baut das zerstörte Haus nicht wieder auf. Der Stall im ‘Mitztä’ ist einer der drei Ställe, die er fürs Heu und Vieh zur Verfügung hat.
Um 1920 wird die Unterseite durch eine neue Blockwand ersetzt.

Foto 004358         Der Stall im ‘Usserä’ ist ein weiterer Stall für die Landwirtschaft in der Heissrüti.
Um 1960 wird der Stall von Josef Bissig (Bächi Seffu) neu mit Eternit gedeckt. In der gleichen Zeit wird der elektrische Strom zu beiden Ställe geleitet.

Foto 16503            Vor dem Kauf sind Res und Franz Schieli Pächter der Heissrüti. Beim Kauf 1936 ist das alte, vom Steinschlag 1908 zerstörte Heissrütihaus immer noch nicht wieder aufgebaut. Res und Franz Schieli wohnen im Guetig.

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Res und Franz Schieli sparen den Erlös, den sie mit Holzen verdienen, für ein neues Haus. Holz ist damals vergleichsweis viel mehr wert als heute.

Foto 004370           Die Brüder Res und Franz Schieli bauen in den Jahren nach dem Kauf  der Heissrüti 1937/38 ein neues Haus an den bestehenden Stall. Es steht nicht am gleichen Ort wie das alte. Die Stelle unter der Strasse ist sicherer und bequemer.
Das Holz fürs Haus schlagen die Brüder im Heissrütiwald und sägen es anschliessend mit einer Feldsäge neben dem Bauplatz selber. Die Brüder Josef und Albin Aufdermaur (Seebi und Bini) ‘binden das Haus vor Ort ab’ und stellen es anschliessend auf.
Das Milchhaus steht ob dem Hausport am Waldrand. Verderbliche Esswaren und Milch müssen mühsam über das steile Port geholt und danach wieder dort versorgt werden.
Ein ‘Rauchhittli’ steht am Bachufer. Es wird beim Unwetter 2005 weggeschwemmt.

Foto 07447       Beim Unwetter 2005 wird die Heissrüti arg in Mitleidenschaft gezogen. Das Wasser frisst sich in der Nacht vom 22. auf den 23. Aug. bis zum Stall vor. Die Brücke der alten Kleintalstrasse vermag das Wasser nicht mehr zu schlucken, weshalb es sich beim Heissrütihaus staut. Der Garten wird zerstört.
Nach diesem Unwetter wird dem Bach entlang eine Mauer gebaut.

Der Betrieb Heissrüti wird 1993 gezwungenermassen umgestellt:

Nach dem Tod von Toni Walker-Schönenberger 1993 musste der Betrieb neu überdacht und umgesetzt werden. Man beschloss den bestehenden Viehbestand zu verkaufen.  Anstelle von Milchviehhaltung wurden Kälber und «Vertragsrinder» zur Aufzucht angenommen. Als Zeitrind, also vor dem ersten Kalben, wurden die Tiere dem Besitzer zurückgegeben. Die schon bestehende Schafhaltung blieb bestehen.

Foto 004382            Bernadette Walker-Schönenberger baut 2006 ein neues Haus in der Heissrüti.
2008
stellt sie mit Sohn Lukas  ganz auf  Schafhaltung um.

Foto 17611              Die Schafe gehen seit vielen Jahren ins Riental (zieht sich vom Gütsch runter nach Göschenen) zur Alpsömmerung.

Foto 17696            Bernadette Walker-Schönenberger kann heute, nach der Übergabe des Betriebs an Sohn Lukas, ihre Grosskinder geniessen.

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Mit Ivan Walker zeigt sich schon die nächste Generation Walker in der Heissrüti als liebevoller Bauer.