Oberer Berg

Redaktion: Markus Aschwanden KKI
Drohnen-Fotografie: Felix Aschwanden

Erstellt: 2019
Datensammlung: Antonia Imholz-Arnold

Das Häimä Oberer Berg liegt im hinteren Teil des Grosstals, angrenzend an die Kapelle St. Jakob. In diesem Grundstück befindet sich die Parzelle von Gubler Gustav, Zürich. Später deren Nachkommen.
Das Heimet erstreckt sich von unmittelbar oberhalb der Kapelle St. Jakob gerade Linie bis Stettliwald bis  hinauf zum Waldbeginn und Waldweg nach Gitschenen. Es umfasst 5.3 Ha Land und 2.5 Ha Eigenwald. Mitten durch das Heimä führt der Waldweg nach Gitschenen (Baubeginn 1935).
Die Liegenschaft Berg wurde früher offenbar Schwändiberg genannt.

Drohnen-Video: Flug über Unteren Berg

Grundbuch

Liegenschaft Nr. 328

(Hauptbuchblatt 245), Plan Nr. 9, Berg
33’724 m²

Eigentümer
Heinrich Bissig
St. Jakob 4, 6461 Isenthal

 

 

Die Besitzer des Oberen Berg

Der untere Berg gehörte bis 1963 zum Oberen Berg. 

Aus dem Hpothekarbuch Uri entnehmen wir, dass bei der Eröffnung des Buches 1859 ein Aschwanden Jost Besitzer des Bergs war. Danach ist eine Aschwanden Maria, Bauen eingetragen und die Reihe wird fortgesetzt mit Alois Aschwanden. Uns sind zu diesen drei Eigentümern keine weiteren Informationen bekannt.

 Die Bissig im Berg

Foto 00713          Joahnn Bissig 1889 mit Vater und Brüdern
hinten v.l.    Johann (Berg) / Alois (Lätten) / Theodul / Severin (Obere Furggelen) / Augustin
vorn v.l.       Hermann / Vater Johann / Josef (Untere Furggelen) / Andreas
Johann Bissig-Infanger (1889-1973) wuchs auf der Oberen Furggelen auf. Seine Mutter starb als er acht Jahre alt war. Im Jahr 1919 übernahm Johann Bissig-Infanger von Alois Aschwanden, Bauen den Oberen und Unteren Berg. Er zog von der Furggelen in den Oberen Berg. Gleichzeitig wurde er Sigrist in der Kapelle St. Jakob. Im Jahr 1921 heiratete er Margrit Infanger (zHeiris Margrit) 1900-1964 vom Dorf. Gemeinsam hatten sie 12 Kinder, (2 starben im Kindsalter). 

Foto 15987           Johann Bissig-Infanger 1889-1973 kam 1919 in den Besitz des Häimä Berg.
Zusammen mit seiner Frau Margrit geb. Infanger (z Heiris) 1900-1964 hatte er 11 Kinder:

hinten v.l.      Rosa 1926  verh. mit Meinrad Imholz, Egg  /  Josef  1932 verh. mit Agnes Wipfli  /  Johann 1922 (Unterer Berg) verh. mit Anna Würsch  /  Franz 1930 (Lättä) verh. mit Paula Zegg  /  Jakob 1929 verh. mit Elisabeth Fischer  /  Heinrich 1928 (Oberer Berg) verh. mit Anna Infanger
unten v.l.      Martin 1938 verh. mit Helen Gisler (Stinis)  /  Mutter Margrit 1900 (z’Heiris)  /  Anton 1933  ledig in Engelberg  /  Margrit 1923 verh. mit Alois Aschwanden  /  Vater Johann 1889  /  Karl 1942 (Dorf) verh. mit Margrit Arnold
Ein Knabe Heinrich lebte von 1924-1928  /  Ein Knabe starb am Tag der Geburt 1936

Foto  17339

Im Jahr 1963 wird der Obere und der Untere Berg getrennt. Der Untere Berg geht an Sohn Hans. Heinrich Bissig wird Besitzer des Oberen Berg. Die Eltern Johann und Margrit Bissig-Infanger haben unentgeltliches Wohnrecht.
Heinrich heiratet 1968 Anna Infanger (Wätzlig). Danach kommen im Oberen Berg 4 Kinder auf die Welt.
hinten v.l.    Heiri Junior  /  Erika
vorn v.l.       Stefan  /  Vater Heinrich  /  Mutter Anna  /  Anton

Foto 15992                Heinrich Bissig  Junior 1969 übernimmt den Oberen Berg 1996. Die Eltern und Bruder Toni wohnen weiterhin im Oberen Berg.

Der Besitzer im Jahr 2019

 

Foto 17338

Heiri Bissig, Oberer Berg

Eigentums-Übergänge Unteren Berg laut Hypothekarbuch-Uri

Aschwanden Jost (Berg noch nicht geteilt)
Aschwanden Maria Bauen  (Berg noch nicht geteilt)
Alois Aschwanden  (Berg noch nicht geteilt)
1919-1963 Bissig (-Infanger) Johann Furgeln (Berg noch nicht geteilt)
1963-1996 Heinrich und Anna Bissig-Infanger
1996- Heinrich Bissig (Junior)

Der Betrieb Oberer Berg

Foto 000217         Das Häimä Berg erstreckte sich anfänglich von der Grosstalstrasse unten beim Bach bis hinauf in den Wald.
1963 liess Vater Johann Bissig-Infanger seinen Besitz teilen in den Oberen und den Unteren Berg. Die Trennlinie ist hier gut zu sehen. Sie geht  von der Kapelle hinüber zu den Bäumen im Stettli.
Der Obere Berg ging an Sohn Heinrich, während Sohn Hans Besitzer des Unteren Berg wurde.

Foto 07869          Das Haus im Oberen Berg ist ca. 200 Jahre alt. Gemäss Schätzungsreglement von 1911 ist das Haus unlängst umgebaut worden, zweckmässig und gut eingerichtet. Es bestand zu einem Viertel aus Mauerwerk und zu drei Vierteln aus Holz, mit einem Schindeldach. Das Haus hat einen angebauten Holzschopf.
Johann und Margrit Bissig-Infanger können also 1919 in ein gut bewohnbares Haus einziehen.

Im Jahr 1968  renovierte Heinrich Bissig-Infanger das Wohnhaus. Es bekam eine Zentralheizung und eine WC-Spülung, (vor der Renovation war das WC ausserhalb der Wohnung)

Die Aussenfassade wurde  mit Eternit eingekleidet. Ebenfalls ersetzte Heinrich Bissig-Infanger das Schindeldach durch Eternit. Der angebaute Holzschopf blieb und diente als Holzlagerraum.

Foto 05948      Johann Bissig-Infanger amtete ab 1919 für rund 50 Jahre als Sakristan der Kapelle St. Jakob. Danach übernahm Heinrich Bissig-Infanger dieses Amt.

Foto 07870              1938 kaufte die Familie das Alprecht auf Allmend Oberalp und das Alprecht auf Allmend Kimiboden (Unterstafel) von Alois Infanger. Seit dem Kauf 1938 ging jeweils Johann Bissig-Würsch (Sohn von Johann Bissig-Infanger) im Sommer auf die Alp. Vater Johann Bissig-Infanger bewirtschaftete das Heimet Berg und machte den Sakristanendienst.

Die Familie hielt 5-6 Kühe, 2-3 Rinder, Kälber und wenige Schafe.

Im Jahr 1962 verkaufte Johann Bissig-Infanger eine Landparzelle von 744 m2, abgetrennt von seinem Grundstück an Gustav Gubler, Zürich.

Das Wasser bezogen der Untere und der Obere Berg bis 1968 aus der Töbeliquelle hinter der Kirmi in der Oberen Schwändi. Mit der Gründung der Wassergenossenschaft St. Jakob 1968 bezieht auch der Berg das Wasser, das beim Port-Rüteli gefasst wird.

Fotos 15990 und 15989          Heinrich Bissig-Infanger erweitert im Jahr 1983 den Stall. Auf der Nordseite wird dem Stall angebaut. Im Anbau  wird zum betonierten Silo, das in den 60er Jahren erstellt worden ist, ein neu betoniertes Silo untergebracht.
Heinrich Bissig erstellte das erste Silo im Isenthal.

Foto 16034      Heiri Bissig-Infanger hält 5-6 Kühe, 2-3 Rinder, 2 Schweine (ein Mutterschwein und eine Mastsau). Für ca. 6 Jahre ist auch ein Schaf (Vehbänz) bei den Kühen. Den Tieren wird Heu und Silo verfüttert. Die Kühe werden in einem Anbindstall gehalten. Deren Milch verkauft Heiri Bissig-Infanger dem Milchverband.
Zusätzlich zum Oberen Berg bewirtschaftet die Familie noch ca. 3 ha Pachtland.

Auch das Wildiheuen gehörte zum oberen Berg. Vater Heinrich Bissig-Infanger sowie Junior Heinrich Bissig gingen jeweils im Rämseler (vis-a-vis Staldeli) und weiter oben im Teler (oberhalb Rämseler) in die Wildi.

Riesengrosses Glück

Beim schweren Gewitter 1963 war Heiri Bissig-Infanger ob dem Stettli am Lauelibach am “wehren”. Dabei rutschte er aus und fiel in den tosenden Bach. Dieser riss ihn fort, die Fluten verschlangen ihn und transportierten den Mann Richtung Grosstaler-Bach. Tüchtigen Kameraden gelang es, den Heiri 100 m weiter unten, beim Schwarzwald, dem Lauelibach zu entreissen.
Erstaunlicherweise hinterliess der Unfall keine bleibenden gesundheitliche Schäden.

Foto 15993               Seit 1996 bewirtschaftet Heinrich Bissig (1969) in der 3. Generation den Oberen Berg. Er setzt auf Kälbermast, Schweinemast und Eierverkauf.

Auf seinem Betrieb sind zurzeit 4 Kühe (2 davon Grauvieh), 2 bis 3 Rinder (1 davon Grauvieh), und 2 Kälber (1 davon Grauvieh). Weiter hält er 10 Hühner (Eier verkauft er an Privatkunden), 2 Schweine für Mast und 2  Zwergziegen.
Die Kühe werden in einem Anbindestall gehalten und gemolken. Die Milch für die Kälbermast gebraucht.
Seit 19 Jahren besitzt der Betrieb das IP Swiss Label.

Heinrich Bissig geht ganzjährig noch zusätzlich zum Betrieb einer Nebenerwerbstätigkeit nach.

Foto 16036      

Heinrich Bissig (1969 junior) baute 1997 eine Remise, mit Garagen im unteren Teil und Einstellplatz für Maschinen im oberen Teil. Die Remise steht direkt an der Zufahrtstrasse, unmittelbar neben der Waldstrasse nach Gitschenen.

Der Betrieb ist seit ca. 1936 mit einer Zufahrtsstrasse zu Haus und Stall erschlossen.