Oberer Schluchen

Redaktion: Markus Aschwanden KKI
Drohnen-Fotografie: Felix Aschwanden

Erstellt: 2019
Datensammlung: Vreni Bissig-Herger

Foto 002292   Das Heimet Oberer Schluchen der Familie Meyer-Muther liegt auf rund 1000 m ü.M. am Sonnenhang oberhalb des Seikberg-Stutzes. Drei umliegende Heimet tragen auch den Namen Schluchen. Schluchen wird in ortsnamen.ch “schluchtähnliche Stelle” gedeutet, evtl. aber vom Mittelhochdeutschen ‘slûchen’ “schlingen, schlucken

Drohnen-Video: Flug über den Oberen Schluchen

Grundbuch

Liegenschaft Nr. 298

(Hauptbuchblatt 206), Plan Nr. 8, Schluchen
44’904 m²

Eigentümer
Monika Meyer-Muther
Schluchen 4, 6461 Isenthal

 

 

Die Besitzer des Oberen Schluchen

Foto 06666   Sepp Imhof 1877-1940 (Heefler Sepp), der Bruder von Wendelin Imhof- (-Gasser)-Zwyssig bewirtschaftete den Schluchen ab 1917. Er starb ca 1940 ledig.

Die Familie Imhof im Neyen bewirtschaftete ab da den Schluchen vom Neyen aus. 1941 wurde der Obere Schluchen Grundbuchamtlich auf Wendelin Imhof-Zwyssig überschrieben.

Foto 00450   Wendelin und Anna  Imhof-Zwyssig inmitten ihrer grossen Familie.

1 Anna Imhof, 2 Margrith Imhof, 3 Katharina Gisler-Imhof Chneuwis aus 1. Ehe, 4 Vater Wendelin Imhof-Zwysssig Neyen, 5 Rosa Infanger-Imhof (Schipf Franz), 6 Leo Imhof, 7 Josy Imhof, 8 Johann Imhof, 9 Marie Imhof, 10 Alfred Imhof, 11 Theres Imhof, 12 Klara Truttmann-Imhof, 13 Mutter Anna Imhof-Zwyssig (2. Ehefrau), 14 Emma Dittli-Imhof, 15 Wendelin Imhof-Herger aus 1. Ehe, 16 Oswald Imhof

Leo setzt sich durch

Sohn Leo sei das mühsame Wirtschaften in der Neyen-Familie zu «blöd» geworden. Eines Tages im 1945 sagte er, er werde jetzt den Schluchen allein bewirtschaften. Er soll einen kleinen Rucksack mit Kleidern genommen haben und sich die Trigguni-Schuhe und Heuwerkzeug über die Schultern geworfen haben und sei hinunter in das verlassene Haus im Schluchen. Sein Schatz Anni Bissig, hätte ihm dann Geschirr und Besteck gebracht.

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Leo Imhof 1922-2002  konnte im Jahr 1946 den Schluchen fest übernehmen. In Anna Bissig 1904-1988 (ds Bächi Anni) fand er seine Frau.

1948 kam ihre Tochter Anna auf die Welt.

 

Leo hatte anfänglich keine Kühe, er hatte das Geld dafür nicht. Er verkaufte das Heu an Franz Bissig Hostet. Franz kam auch mit 2-3 Kühen in den Oberen Schluchen zum “üsähirtä”.

Am 1. Mai 1950 kaufte Leo eigenes Vieh.

 

Ausschnitt aus dem Viehversicherungs-Büchlein von Leo Imhof-Bissig, Oberer Schluchen
Am 1. Mai hat Leo eine Kuh namens Gemsch für 1700 Fr. gekauft. Am gleichen Datum ist er auch Besitzervon drei Rindern geworden.

Foto 00551   Ihre Tochter Anna heiratete 1986  Joseph Muther, ein Bauer mit Isenthaler-Wurzeln. Sepps Mutter, Anni ist eine Schwester der Isidorä von der Schwanden. Sepp verbrachte viel Ferien-Zeit bei den Onkeln in der Schwanden, in der Rüti und auf Oberalp.
Anna und Sepp Muther-Imhof
übernahmen 1986 den Betrieb.
1987 kam ihre Tochter Monika und 1990 ihr Sohn Martin zur Welt.
Monika, die Floristin lernte, besuchte anschliessend die landwirtschaftliche Handelsschule und die Bäuerinnenschule. Sie heiratete 2017 Sascha Meyer.
Monika und Sascha Meyer-Muther wurden 2017 Eltern des kleinen Alex und übernahmen auch in diesem Jahr den Betrieb.

Die Besitzer im Jahr 2019

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Monika und Sascha Meyer-Muther übernahmen den Oberen Schluchen 2017.

Eigentums-Übergänge im Oberen Schluchen laut Hypothekarbuch Uri

ab ca. 1840 Bissig Leonz Josef (Exer)
ab ca. 1881 Bissig Jost Maria, Franz Josef, Johann Josef Gebrüder
1917 Bissig Jost selig Erben
1917-1941 Imhof Josef Neien
1941-1946 Imhof Wendelin Schluchen
1946-1986 Imhof Leo Schluchen
1986-2018 Muther-imhof Anna und Sepp
2018- Meyer-Muther Monika und Sascha Schluchen

Der Betrieb Oberer Schluchen

Foto 15421        Leo Imhof bearbeitete seinen Betrieb während 40 Jahren vor allem in Handarbeit, ohne maschinelle Unterstützung.
Das Häimä, obwohl nicht sehr gross, verlangte von ihm immer viel Arbeit.

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Die 1986 nachfolgenden Besitzer Anna und Sepp Muther-Imhof gingen noch im gleichen Jahr die Modernisierung des Betriebs an.

Als erstes wurde 1988 eine Zufahrtsstrasse gebaut von oben am Seikbergstutz bis zu ihrem Häimä. Diese Strasse erschliesst auch den Oberen Schluchen der Schueni Wendels, heute im Besitz von Christof Bissig.

 

Foto 15425   Zwei Jahre lebte das Junge Paar zusammen mit den Eltern von Anna in diesem Haus.
1989 rissen sie das alte Haus ab, weil ihr neues Zweifamilienhaus an der gleichen Stelle zu stehen kommen sollte. So konnten Sie den Lawinenschutz oberhalb des Hauses in der alten Ausführung nutzen. Während der Bauzeit wohnte die Familie im Unteren Schluchen (Schuenis).

Foto 15424   Im Jahr 2004 war dann auch der Stall an der Reihe.
Die Muthers setzten auf Aufzucht und Mast.
Sepp arbeitete im Winter in verschiedenen Jobs um die Familienkasse aufzubessern.

Foto 15426   Sohn Martin, der mit dem Down Syndrom zur Welt kam, ist für die ganze Familie der Sonnenschein.
Martin ist begeisterter Mäusejäger und zeigt viel Interesse an der Viehzucht.

Martins Gespür für Viehzucht

Vater Sepp Muther besprach mit Martin oft, mit welchem Ziel er seine Kühe besamen lassen wolle. Einmal war Martin gar nicht einverstanden, als Sepp entschied für eine Kuh Samen zu bestellen, der für ein gutes Mastkalb sorgen sollte. Als der «Besamer» durchs Strässchen nach oben fuhr, habe Sepp ein Mittagsschläfchen gemacht. Martin sei schnell zum «Besamer» gerannt und hätte diesem gesagt, sie hätten sich entschieden, die Kuh müsse Samen für ein Zuchtkalb bekommen. Zur Freude von Martin und auch seines Vaters sei das Kalb ein wertvolles Zuchttier geworden.

Foto 00000      Die jungen Bauern Monika und Sascha Meyer-Muther übernahmen 2018 den Betrieb. Ihr Betrieb gibt Futter für 6-7 Kühe. Gedüngt wird mit der Gülle und dem Mist, die der Betrieb hergibt.
Monikas Eltern Sepp und Anna samt Martin arbeiten aber weiterhin kräftig mit auf dem Landwirtschaftsbetrieb. Sie sind ein eingespieltes Team. So wird dem jungen Bauernpaar ermöglicht, weiterhin ausserhalb des Tales einem Verdienst nachzugehen.
Sascha arbeitet vom Nov. bis April zu 100% auswärts. Auch Monika ist zu 30% auf der Geschäftsstelle der Bauernverbände Uri, Ob- und Nidwalden angestellt.

Zum Betrieb gehören heute auch ihr Besitz Schwanden (früher Anton und Franz Arnold (ds Isidorä) und in Pacht bearbeiten sie die Obere Rüti in Gossalp.